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Glory Of The Shame

Das hier ist mein allererster Eintrag auf diesem Blog. Darum schreib ich zuerst ein bisschen was zu mir (=

Ich leide an Anorexie und ich weiß, dass ich krank bin, aber ich kann diesen Zustand nicht verändern. Mir geht es nicht gut mit meiner Essstörung und doch kann ich auch nicht glauben, dass es mir ohne sie besser gehen würde. Ich habe Angst vor dem Leben ohne tägliche Kontrolle. Vor einem wirklichen Leben, in dem ich mich nicht hinter einer Mauer aus Lügen verstecken kann. Die Essstörung ist mein Ventil, mit dem Leben umzugehen, weil ich es allein nicht kann. Ich bin ein sehr zurückhaltender Mensch und ich glaube, dass ist der Grund warum ich so oft enttäuscht wurde und immer noch werde. Ich kann einfach nicht „nein“ sagen und habe für alles Verständnis. Ich habe weder einen Funken Selbstwertgefühl in mir, noch irgendeine Form von Selbstbewusstsein.

„Mir gaben schon so viele Menschen das Gefühl nichts wert zu sein. Warum sollten sich alle irren?“

Vor einigen Jahren ging es mir sehr schlecht, ich war depressiv, habe mich mehr als alles auf der Welt gehasst, mich wertlos gefühlt und hatte bloß noch den Wunsch zu sterben. Die Anorexie hat mich zu dieser Zeit, so ironisch es auch klingen mag, vor Schlimmerem bewahrt. Durch das Hungern habe ich mich selbst für meine Wertlosigkeit bestraft, ein so minderwertiger Mensch wie ich, konnte nichts zu essen verdient haben und gleichzeitig hatte ich durch die intensive Beschäftigung mit dem Essen eine Ablenkung von den ganzen negativen Gedanken und Problemen um mich herum.

Ich möchte nicht den Anschein erwecken, dass ich mich in Selbstmitleid suhle. Ich bin weder bemitleidenswert, noch habe ich es besonders schwer im Leben. Materiell gesehen geht es mir ziemlich gut. Ich bin einfach nur „krank“ und mit dieser Krankheit möchte ich in einem für mich erträglichen Ausmaß leben. Wenn sie vollends verschwinden würde, wäre das natürlich wunderbar. Aber seit ca. sechs Jahren beschäftige ich mich jeden Tag damit und die Gedanken sind ziemlich festgefahren. Es gibt zwar gute Zeiten, aber nach einer Weile gerate ich immer wieder tief in den Teufelskreis aus Hungern, Erbrechen und Verletzen.

Es heißt, dass 30% aller Essstörungen von selbst heilen. Durch meinen kompletten Neuanfang habe ich jetzt die Hoffnung, dass sich auch meine Gedanken und meine Persönlichkeit weiter entwickeln. Ich möchte stark sein und endlich m e i n e n Interessen nachgehen, nicht mehr fremdbestimmt sein – sondern einfach endlich der Mensch, den ich die letzten Jahre mit aller Kraft vor der Welt versteckt habe, aus Angst, dass er abgelehnt wird.

2 Kommentare 13.9.10 12:06, kommentieren

Zahlen zu Essstörungen

- 50% aller zehnjährigen Mädchen in Deutschland haben schon einmal eine Diät gemacht.
 

- Zwei von fünf Mädchen glauben, zu dick zu sein

- An Bulimie leiden meist Personen zwischen 20 und 30 Jahren. Von ihnen haben 60% Abitur, also einen hohen Bildungsgrad

- Unter den Elfjährigen ist jedes fünfte Kind – egal ob Mädchen oder Junge – auffällig im Essverhalten. Im Laufe der Pubertät ist nur noch jeder siebte Junge gefährdet

- Hochgerechnet weisen rund 1,4 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen elf & 17 Jahren Symptome einer Essstörung auf.

- Ca. 2/3 Drittel aller weiblichen Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr haben mindestens einmal eine Diät zur Gewichtsreduzierung gemacht

- Allein in Deutschland leiden mindestens 220.000 Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren an Magersucht (Anorexie) oder Ess-Brechsucht (Bulimie)

- Etwa 3,7 Millionen Menschen leiden unter gefährlichem Untergewicht

- Über 100.000 Menschen, insbesondere Frauen zwischen 15 und 35 Jahren, leiden an Magersucht

-  600.000 Frauen und Männer leiden an der Ess-Brech-Sucht (Bulimie)

- Die Zahl der magersüchtigen Männer liegt bei fünf bis zehn Prozent - mit steigender Tendenz

- Die Universität Ulm beziffert die Häufigkeit in der weiblichen Bevölkerung zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr für Anorexie mit 0,5-1%, für Bulimie mit 3-4% und für Esssucht mit 6 % und verzeichnet einen zunehmenden Anteil männlicher Betroffener

- Nur 50% der an Magersucht & Bulimie erkrankten Personen können vollständig geheilt werden

- Bei 20 Prozent chronifiziert sich das Leiden und 30 Prozent entwickeln andere Symptome wie etwa Depressionen

- Eine Essstörung verläuft bei rund 16,8 Prozent der Betroffenen tödlich

- Bis zu 15 Prozent der Magersüchtigen sterben an den Folgen der Erkrankung

- Als häufigste Todesursachen erwiesen sich Infektionen, Unterernährung, Wasser- und Elektrolytverlust sowie Selbstmord

- Mit einer Sterblichkeitsrate von 15 bis 20 Prozent fordert die Anorexie mehr Opfer als jede andere psychiatrische oder psychosomatische Störung

1 Kommentar 13.9.10 22:30, kommentieren